Vegetarisch einkaufen: ein kleines Glossar
Von Agar-Agar bis Tofu, von Bulgur bis Soja - was Ihnen beim Einkaufen begegnen wird.
Agar-Agar
Gelantine-Ersatz aus Algen. Kommt als Bindemittel auch in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Wirkt in hohen Dosen abführend. Indonesier sagen dem pflanzlichen Geliermittel Heilkräfte bei einem Herzinfarkt oder Diabetes nach.
Amaranth
Kulturpflanze aus Südamerika mit hirsekornähnlichen Samen. Liefert wertvolle Proteine und Eisen. Schmeckt als Beilage, in Suppen und als Süßspeise.
Bulgur
Kleiner Bruder des Weizens. Wird geschält, vorgekocht, getrocknet und zerkleinert. Bei dieser Prozedur büßt das Getreide jedoch kaum Nährstoffe ein. Bulgur liefert Ballaststoffe, Eiweiß, Vitamine und vor allem Eisen. Wird gekocht und als Beilage serviert.
Grünkern
Unreif geernteter, getrockneter Dinkel. Hierbei bilden sich Röststoffe, die ihm seine deftige Note verleihen. Beliebt als Suppeneinlage oder Burger. Viele B-Vitamine.
Miso
Traditionelle Würzpaste aus Asien. Als Basis dient Soja, aber auch Gerste oder Reis, die mit Salz vergoren werden. Würzt Suppen, als Brotaufstrich oder in Marinaden verwenden. Eiweiß- und Mineralstoffreich. Gilt in Japan als Stärkungs- und Heilmittel.
Ovo-Lakto-Vegetarier
Der „normale“ Vegetarier. Reichert seinen vorrangig pflanzlichen Speiseplan mit Eiern und Milchprodukten an, meidet aber Fisch. Wer Milchprodukte nicht schätzt, dafür Eier, zählt zu den Ovo-Vegetariern. Wer dagegen Eier verschmäht, aber Milch mag, heißt Lakto-Vegetarier.
Pastinake
Süßes Wurzelwunder. Reich an Vitamin C und Folsäure. Gilt in den USA und Großbritannien als Delikatesse. Geschmort oder in Eintöpfen.
Quinoa
Eiweiß- und eisenreiche Alternative zu Reis. Die hellen, senfkornartigen Samen stammen aus den Anden. In 15 Minuten weichgekocht, schmecken sie als Beilage, in Suppen und Aufläufen.
Seitan
Asiatischer Fleischersatz, aus Weizen hergestellt. Dabei wird der Speise das Weizeneiweiß (Gluten) entzogen. Marinaden verleihen den fleischartigen Stücken Würze. Eiweißreich. Schmeckt auch gut gebraten.
Halloumi
Zypriotischer Käse aus verschiedenen Milchsorten. Eine Alternative zum Grillfleisch.
Shiitake
Nährstoffreicher Speisepilz. Wird in Asien vielseitig verwendet und als Heilmittel verehrt. Er liefert Eiweiß, viel Vitamin D und B-Vitamine.
Soja
Die Nährstoffbombe. Basis für alle Sojaprodukte, etwa Sojaöl, Tofu, Tempeh, Miso, Sojamilch, Sojajoghurt, Sojamehl oder Sojaflocken. Liefert viel wertvolles Eiweiß, Mineralien und Spurenelemente. Umstritten ist, ob die im Soja enthaltenen Phytoöstrogene nur positiv auf den Organismus wirken. Für Gesunde sind jedoch ein Glas Sojamilch, ein Soja- Joghurt oder eine Portion Tofu pro Tag wertvoll und völlig unbedenklich. Vorsicht jedoch vor Sojakapseln! Sie liefern häufig Phytoöstrogene in zu hohen Dosen.
Tofu
Sojaquark aus Fernost. Sojamilch wird Magnesiumchlorid zugesetzt, sodass sich ein Eiweißkuchen von der Molke trennt. In verschiedenen Konsistenzen erhältlich – Seidentofu etwa eignet sich für cremige Nachspeisen. Tofu ist vor allem eiweißreich. Schmeckt gebraten, paniert, als Burger oder in Suppen.
Tempeh
Mithilfe des Edelpilzes Rhizopus oligosporus hergestelltes Sojaprodukt. Reich an Eiweiß, Vitamin A, D und B12 (darum für Veganer besonders wichtig). Schmeckt besonders gebraten und mit Sojasoße.
Topinambur
Wiederentdecktes Wurzelgemüse. Liefert viele B-Vitamine, etwa Folsäure und das Präbiotikum Inulin. Inulin fördert im Darm das Wachstum gesundheitsfördernder Mikroben. Schmeckt leicht bitter, artischockenartig.
Veganer
Die ganz Konsequenten. Sie meiden alle tierischen Produkte, auch Eier, Milchprodukte, Fisch und Honig. Und tragen meist weder Schuhe noch Kleidung aus Leder.
Ciara Dassau, 16, Schülerin (rechts im Bild) » Mein Vater leidet unter einer schlimmen Neurodermitis. Erst als er aufhörte Fleisch zu essen, ging es ihm besser. Ich habe diese Unverträglichkeit geerbt und bin schon seit meiner Geburt Vegetarierin.«










