26.10.2008 | KommentareKeine Kommentare

Weg mit dem Stress - Teil 4

Eine neue Entspannungstechnik hilft, Belastungen des Alltags mit mehr Gelassenheit zu bewältigen. Schritt 4: Lernen Sie, sich zu entlasten.

Schritt 4

Bewusst einen Gang runterzuschalten, das können Sie üben. Mit Balanceübungen, die es uns leichter machen, durchzuatmen und gelassener zu reagieren

Yoga, Autogenes Training – viele Entspannungstechniken helfen uns, den Alltagsnerv hinter uns zu lassen. Sie lenken uns nicht ab, wie der Fernseher oder der Kinofilm, sie zentrieren uns, weil wir uns auf eine Reise zu uns selbst begeben Die Aufmerksamkeit wandert nach innen, wir nehmen unseren Körper mit seinen Äußerungen wahr. Sammeln wir uns derart, erleben wir Konzentration ohne Anstrengung, ähnlich einem Zuschauer, der wahrnimmt, aber nicht eingreift wie ein Akteur. Als Wissenschaftler die Hirnaktivit von Meditationsmeistern in den USA untersuchten, maßen sie besonders konzentrierte Hirnzustände und eine große Bewusstseinsdisziplin. Doch wer versucht, mit dem Verstand zu entspannen, wird scheitern. “Spannung und Verkrampfung kann man nicht mit Willen beseitigen. Wille ist Spannung“, sagt Experte Gert Kaluza.

Ruhe finden

Durch Entspannungstechniken wird der Organismus in einen Ruhezustand versetzt, der Energieverbrauch gemindert. So lassen sich Stress, Erregung und Angst reduzieren. Mehr noch: Wer diese Entspannungsminuten regelmäßig in den Alltag einbaut, ist auch in belastenden Situationen besser gegen Stress gefeit.

Einfach reinschnuppern

Welche Methode die passende ist, muss man für sich herausfinden. Progressive Muskelentspannung arbeitet mit An- und Entspannung der Muskulatur und ist relativ leicht zu erlernen. Wer sich für östliche Techniken wie Yoga oder Tai-Chi interessiert, sollte länger dabeibleiben, um die Abläufe kennenzulernen. Das Gute ist Die gesetzlichen Krankenkassen bernehmen Vorsorgekurse zur Stressbewältigung und zahlen für Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Tai-Chi, Qigong und Yoga. Unser Tipp Informieren Sie sich bei Ihrer Kasse, wo entsprechende Kurse laufen, und probieren Sie verschiedene Schnuppertrainingsstunden aus. Denn wirklich beurteilen, ob Ihnen die Technik guttut, können Sie erst, wenn Sie ein paar Wochen regelmäßig geübt haben.

Techniken für mehr Gelassenheit

Entspannungstechniken verringern körperlichen und emotionalen Stress. Vorrausgesetzt, Sie können sich darauf einlassen. Dann führt das Training zu mehr Kraft und Wohlbefinden

  • Progressive Muskelentspannung: Wer seelisch angespannt ist, verkrampft auch muskulär. Die Grundidee des US-Arztes und Neurophysiologen Edmund Jacobson: eine kurze, differenzierte Anspannung der Muskulatur; sie führt zur Entspannung unseres gesamten Muskelapparates. Entspannt Dauergestresste, die keine Lust auf Sport haben. Infos unter: www.batev.de.
  • Autogenes Training: Der Übende konzentriert sich in entspannter Haltung auf eine Reihe angenehmer körperlicher Wahrnehmungen (zum Beispiel Schwere und Wärme der Arme) und unterstützt sie suggestiv, indem lautlos gesagt wird: „Meine Arme sind schwer und warm, mein Beine…” Entspannt kopfgesteuerte Sportmuffel. Mehr dazu unter: www.batev.de.
  • Tai-Chi und Qigong: Die Energie der Langsamkeit verbindet fließende Bewegungsfolgen mit einer Philosophie der Friedfertigkeit. Im Tai-Chi wechseln sich Selbstverteidigungsübungen mit allein praktizierten Bewegungsformen ab . Qigong verbindet Meditation und Bewegungsübungen mit Schwerpunkt auf der Atmung. Entspannt chronisch müde Menschen mit schwachem Immunsystem. Infos unter: www.tai-chi-qigong.org.
  • Yoga: Viel beschriebene Tiefenentspannung nach unterschiedlichen indischen Schulen wie etwa Kundalini, Ashtanga oder Hatha. Entspannung stellt sich ein bei regelmäßigem Üben durch Konzentration auf die Atmung und durch zum Teil sehr fordernde Körperhaltungen. Entspannt Menschen, die auch ihren Körper beweglicher und kräftiger machen wollen. Infos: www.yoga.de.

Alle Entspannungstechniken auf einem Blick unter www.myhealthyday.de/tag/anti-stress

Illustrationen: Elke Ehninger
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