Die kleinen Unterschiede
In Deutschland leben 82,5 Millionen Menschen, 51 Prozent sind Frauen. Sie verdienen für gleiche Leistungen 26 Prozent weniger als Männer und weinen – vielleicht aus Wut darüber? – fünfmal so oft. Sie werden durchschnittlich über 81,6 Jahre alt, Männer nur 76 Jahre. Und sonst?
GESICHT
Frauen können besser hören und riechen und sie können Details genauer wahrnehmen. Weibliche Stimmen klingen auch deshalb höher, weil ihre Stimmbänder kürzer sind. Männer sind von Natur aus rotgesichtiger als Frauen. Während weiblicher Teint eher einen Grünstich hat, enthält Männerhaut mehr rote Pigmente. Die Behauptung, Frauen redeten mehr als Männer, stimmt übrigens nicht: Von beiden gibt’s im Durchschnitt 16 000 Wörter pro Tag zu hören.
LUNGEN
Das Lungenvolumen einer Frau ist deutlich kleiner als das eines Mannes. Trotzdem nehmen beide insgesamt gleich viel Luft auf: bei jedem Atemzug etwa 500 ml. Als größter Feind der Lungenbläschen gilt der Zigarettenrauch. In Deutschland rauchen immer noch 33 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen regelmäßig. Den größten Raucheranteil gibt es bei beiden Geschlechtern in der Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren.
EIERSTÖCKE
Die weiblichen Geschlechtsorgane liegen geschützt im Körper, die männlichen verwundbar außerhalb. Mädchen kommen im Schnitt ein bis zwei Jahre früher in die Pubertät als Jungs – mit 10 bis 11. Dann ändert sich durch die Geschlechtshormone auch sichtbar die Verteilung des Körperfetts: Mit einem Mittel von 25 Prozent Fettanteil haben junge erwachsene Frauen mehr Fettgewebe als Männer. Bei Frauen verteilen sich Pölsterchen aber gleichmäßig über Bauch, Po und Hüfte, während sie sich bei Männern gerne im Bauchraum sammeln – was das Herzinfarkt- Risiko steigert. Frauen leben figurbewusster: In Deutschland sind 58 Prozent der Männer übergewichtig, aber „nur“ 53 Prozent der Frauen.
GEHIRN
Frauenhirne wiegen 14 Prozent weniger, dafür sind die beiden Hirnhälften besser miteinander verbunden. Beim Lösen gleicher Aufgaben werden in Männerhirnen nur begrenzte Bereiche aktiv. Frauenhirne arbeiten hingegen stärker vernetzt. Im für Gefühle und Erinnerungen zuständigen Hirnbereich finden sich bei Frauen 11 Prozent mehr Nervenzellen (Neuronen). Auch von den sogenannten Spiegelneuronen besitzen sie mehr – damit können sich Frauen viel besser in die Gefühle anderer hineinversetzen. Das zeigt sich in Studien auch deutlich an SMS-Nachrichten: Während Männer gerne kurze, sarkastische Messages senden, verschicken Frauen Emotionaleres und stellen sich stärker auf den Empfänger ein.
HERZ
Frauenherzen sind kleiner und schlagen schneller – jede Minute 80 Schläge, das männliche Herz nur 72. Im weiblichen Körper zirkuliert etwa ein Liter Blut weniger (3,6 l) als im männlichen (4,5 l). Bei Schwangeren allerdings erhöht sich die Blutmenge innerhalb weniger Monate um 1,5 Liter. Frauen haben dünneres Blut, es enthält pro Milliliter etwa 1 Million Blutzellen weniger. Ihr Blutdruck ist im Durchschnitt etwas niedriger als bei Männern. Die Abwehrstoffe im weiblichen Blut sind aktiver, was Frauen anfälliger für Autoimmunkrankheiten macht. Ihr zweites X-Chromosom schützt sie dafür vor einigen Erbkrankheiten.
MUSKELN
Weibliche Muskeln sind eher auf ausdauernde Tätigkeiten ausgelegt, während männliche schneller Energie freisetzen können. Deshalb und weil Frauenbeine zudem kürzer sind, sprinten Frauen zum Beispiel um 10 Prozent langsamer. Insgesamt verfügt der weibliche Körper mit 35 Prozent über weniger Muskelmasse als der männliche (45 Prozent). Deswegen verbrauchen Frauen weniger Kalorien als Männer – im „Ruhezustand“ sind es bei ihnen 37 Kalorien pro Quadratmeter Körperoberfläche in der Stunde, bei Männern 39,5. Die geringere Muskelmasse ist auch der Grund, warum Frauen schneller frieren als Männer. Denn nur mithilfe unserer Muskeln können wir Körperwärme produzieren.










