Frauen sind die besseren Ärzte
Kein Klischee: Medizinerinnen behandeln Patienten effektiver als ihre männlichen Kollegen.
Trotz aller Gleichberechtigung: Frauen wird nachgesagt, sie seien viel einfühlsamer und kommunikativer als Männer. Wissenschaftliche Belege haben Hirnforscher dafür zwar noch nicht gefunden. In der medizinischen Praxis sind die angeblich typisch weiblichen Eigenschaften jedoch eindeutig zu beobachten – zum Wohle der Patienten. Gleich zwei aktuelle Studien zeigen, dass Ärztinnen ihren Job besser machen als ihre männlichen Kollegen. Am Uniklinikum des Saarlandes analysierte das Team um Dr. Magnus Baumhäkel die Daten von mehr als 1800 Patienten mit chronischer Herzschwäche. Das Ergebnis: Ärztinnen versorgten mehr Kranke mit den richtigen Mitteln und dosierten diese effektiver als männliche Mediziner. Sie bezogen die Patienten zudem eher in die Therapieentscheidungen ein und erreichten dadurch, dass die Pillen regelmäßiger eingenomen wurden. Forscher der Universitäten Bonn und Köln beobachteten Ähnliches, als sie Daten von mehr als 51 000 Diabetikern unter die Lupe nahmen, die von niedergelassenen Medizinern betreut wurden. „Es gibt Belege dafür, dass Ärztinnen sich eher vergewissern, ob das Gesagte angekommen ist“, erklärt Prof. Vera Regitz-Zagrosek von der Charité Berlin den Frauenvorsprung. „Männer neigen dazu, nach einem festen Schema vorzugehen und Patienten weniger ausreden zu lassen.“










