05.02.2010 | Kommentare1 Kommentar

Kolumne: Erlebnisse einer Schwangeren

Unsere Kollegin Annika Thomé bekommt ein Baby. In ihrer neuen Kolumne lässt sie uns daran teilhaben, was das im Alltag bedeutet.

Zu Beginn: Ernährung

Die Hebamme gratuliert mir: „90, 30, 120 – Traummaße!“ Und meint wohl nicht Brust, Taille, Hüfte, sondern Bauchumfang, Gebärmutterlänge und Herzschlag des Kindes. Ich bin ja schwanger. „31 plus 3“, murmelt sie dann. Mein Alter, glaube ich. „Nein, schwanger seit 31 Wochen und 3 Tagen.“ Ich stelle mich echt blöd an. Zum Glück fordert sie mich zum Abschied nicht auf, meinen „Hb“ telefonisch abzufragen. Ich hätte nicht gewusst, was das ist. Meine Geburtshelferin ahnt es: „Ich rufe an, falls die Eisenwerte schlecht sind.“ Die Werte sind vorbildlich. Mein Freund sagt, es liegt daran, dass ich im Irland-Urlaub Guinness getrunken habe. Er scherzt. Und ich bekomme ein schlechtes Gewissen. Ich habe einmal an seinem Glas genippt! Das Gefühl, dass mir als Schwangere auf den Mund geguckt wird, habe ich ständig: Wenn ich in der Kantine Grieß mit Portwein-Pfl aumen esse, bilde ich mir ein, am Nebentisch werde getuschelt. In der Kneipe traue ich mich kaum, mein alkoholfreies Bier zu trinken. Die Leute könnten ja sonst was denken. Und an der Kasse im Supermarkt warte ich förmlich darauf, dass mich jemand belehrt, keinen Rohmilchkäse zu kaufen. Das ist nervig und ungerecht. Verzichte ich seit „31 plus 3“ doch schon auf vieles, was mir schmeckt: Ich esse keine 6-Minuten-Eier mehr, kein Sushi, keinen Ingwer, weil der vorzeitige Wehen auslösen könnte. Ich vermeide zu viel Vitamin A und spüle den Salat ordentlich mit Wasser. Denn überall lauern Listerien, Salmonellen oder Toxoplasmen. „Man kann sich auch verrückt machen“, sagt meine Mutter. Als sie mit meinem Bruder und später mit mir schwanger war, hat sie sogar hin und wieder eine geraucht. Bei meiner kleinen Schwester wollte sie dann alles richtig machen und hörte auf. Ironischerweise ist meine Schwester die Einzige von uns Geschwistern, die raucht – und als Kind an Asthma litt. Verstehen Sie mich nicht falsch: Qualmende Schwangere sind kein bisschen cool. Ich habe mir aber vorgenommen, gelassener zu werden und nicht jeden Ratgeber zu lesen. Im Interesse des Kindes – und in meinem. Auch auf die Gefahr hin, dass ich nicht weiß, wofür „Hb“ steht.

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08.02.2010 12:00 | AutorBabyDreamers

Jaaa! Mehr Gelassenheit in der Schwangerschaft ist genau das was die süßen kleinen brauchen!
Ich bin dafür! :-)
Noch eine schöne und gemütliche Restschwangerschaft!

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