Kolumne: Erlebnisse einer Schwangeren
Fürs Baby shoppen. Unsere Kollegin Annika Thomé bekommt ein Baby. In ihrer Kolumne lässt sie uns daran teilhaben Teil 3: die Ausstattung.
Den muss ich haben, schießt es mir durch den Kopf. Wir schauen auf das Neugeborene unserer Pilates-Lehrerin, aber ich meine nicht das Kind, sondern den schnittigen Kinderwagen in Denim- Optik, in dem das kleine Geschöpf liegt. Der mit den Kreisen im Logo, der das Konto mal eben um 1000 Euro zurücksetzt. Ach, was soll’s, warum um den Hipp-Brei reden, ich möchte einen Bugaboo! Und wenn wir schon dabei sind: das Stillkissen von Theraline, den Windeleimer im Retro-Look von Wesco, die Manduca-Babytrage, die ultrasüßen Strampler von Petit Bateau, Grain de Blé und Hessnatur. Ich gebe zu: Ich habe noch keiner Freundin einen Einkaufsbummel ausgeschlagen, aber das hier kommt selbst mir – einer nicht ganz zurechnungsfähigen Schwangeren – leicht überdimensioniert vor. Braucht man wirklich all das Zeug, für das es mitunter sogar Wartelisten gibt? Im „Großen Buch zur Schwangerschaft“ (wollte ich natürlich auch haben) liest sich die Shoppingliste fürs Baby wie ein „Ich packe meinen Koffer für 30 Säuglinge“: unter anderem massenhaft Bodys und Baumwolljäckchen, Pre-Nahrung, falls es mit dem Stillen nicht klappt, Bürsten, Bettlaken, Schlafsäcke, Cremes, Salben, Öle, Fieberthermometer und immer wieder Tücher – Papiertücher, Moltontücher, Handtücher, Tragetücher, Spucktücher. Im Krankenhaus packt man den Strampler mit den bunten Äpfelchen dann schnell wieder ein, weil nur klinikeigene Sachen verwendet werden. Ich wage außerdem zu vermuten, Pre-Nahrung und Thermometer gibt es dort auch. Man muss also nicht gleich alles parat haben. Was ich aus dem Dilemma gemacht habe? Ich lasse mich beschenken und leihe mir so viel wie möglich aus. Nur darauf, dass die Pilates-Lehrerin den Wagen rausrückt, werde ich nicht warten.










